St. Aposteln

Ziegelhüttenweg 149
60598 Frankfurt am Main

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Ansprechpartner

Doly Kadavil
Pastoralreferentin
Seelsorgliche Ansprechpartnerin
Tel.: 069 . 695 97 58 50
d.kadavil@bonifatius-ffm.de

Christoph Kuhn
Organist
Tel.: 069. 45 06 12
ck@kuhnator.de

Sr. Bettina Rupp SSPS
Sozialarbeiterin
bettina.rupp@ssps.de
0172 63 73 300

Hans-Jürgen Winkler
Vorsitzender Ortsausschuss
hjwinkler@gmx.de

Gremien am Kirchort

Ortsausschuss

Hans-Jürgen Winkler (Vorsitzender), Roland Hassel, Walter Hollerbach

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INFORMATIONEN
Die Kirche St. Aposteln

Die Fritz-Kissel-Siedlung in Frankfurt-Sachsenhausen wurde in den Jahren 1950–1955 erbaut, um den dringenden Wohnungsbedarf der Nachkriegszeit zu lindern. Das Gemeindegebiet von St. Bonifatius wurde immer größer. Schließlich stieg die Gemeindemitgliederzahl auf über 15 000. Abhilfe tat not.

1955 gab es die ersten Überlegungen einen Teil von St. Bonifatius abzutrennen und eine neue Gemeinde einzurichten. 1956 wurde ein Grundstück ausfindig gemacht und sofort gekauft. Auf diesem Grundstück stand einst eine Ziegelhütte, die bereits seit dem 13. Jahrhundert als Vorwerk des Riedhofs bekannt war. Eine auf dem Gelände stehende Scheune wurde im Frühjahr 1957 außen verputzt und innen mit einfachen Mitteln zu einer Notkirche hergerichtet. Der erste Pfarrer der Gemeinde wurde Hubert Kwasniok, der vorher Kaplan am Dom war. Als Leihgabe, bis zur Fertigstellung einer neuen Kirche erhielt er vom damaligen Stadtpfarrer Prälat Alois Eckert den Apostelaltar aus dem Dom, einen gotischen Flügelaltar aus dem Jahr 1483. Auf seinem Platz im Dom wurde ein Schild angebracht mit dem Vermerk „Ausgeliehen an St. Aposteln“. Damit kam Glanz in die bescheidene Hütte und wohltuende Wärme machte die Scheune zu einem schönen Kirchlein von 17 mal 10 Metern mit 144 Sitzplätzen.

Der erste Gottesdienst in der Notkirche vor über 600 Gläubigen, die meisten vor der Kirche standen fand an Christi Himmelfahrt, am 29.05.1957, statt. Viele Gemeindemitglieder kamen als Flüchtlinge  aus  Oberschlesien, aus dem Sudetenland, aus Pommern und anderen Ostgebieten. Traditionen aus der Heimat wurden in die Gemeindearbeit übernommen. Schon im ersten Jahr wurde ein Kirchbauverein gegründet. Er sollte die finanzielle Grundlage für den späteren Bau der Kirche schaffen. 7 Jahre wurde der Gottesdienst in der kleinen Kirche gefeiert, bis dann am 17.Juni 1963 die Konsekration der neuen Kirche durch Bischof Dr. Wilhelm Kempf erfolgte. 

Architektur

Die Kirche zeigt architektonisch im Grundriss einen Halbkreis, der sich zum Altar hin verjüngt. Die aus Niederwallufer Quarzitt Bruchstein gefügte Mauer verleiht dem Bau äußerlich eine strenge Kraft. Mit dem geschwungenen Hängedach gleicht die Außenarchitektur einem breiten Boot, das durch und in den Wellen der Zeit besteht. Die äußere Form der Kirche erinnert an das bekannte Kirchenlied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit“. Dieses Motiv findet sich auch in der Innenperspektive wieder: Die halbkreisförmige Zuordnung der Gemeinde um den aus Muschelkalk gemeißelten Altar vermittelt entsprechend eine sichere Geborgenheit.

Dieses Motiv ist in besonderer Weise auch für unsere Gemeinde zutreffend. Den Anfang von St. Aposteln bildeten Vertriebene aus vielen Ländern, die in der anfänglichen Fremde in ihrer Kirche St. Aposteln eine neue Heimat im Glauben und im Stadtteil fanden. Auch die Weihe unserer Kirche auf die Heiligen Apostel nimmt diesen Gedanken auf. Der erste Pfarrer, Hubert Kwasniok, formulierte dazu in seinem ersten Pfarrbrief: „Nicht zufällig wurdet Ihr 3400 katholische Christen dem Schutz der Heiligen Apostel anvertraut, die einst über Grenzen hinweg Völker heimholten zu Gott und nun eine gleiche einigende Kraft  auch in der Vielfalt unserer heimatlichen Verschiedenheit erwirken möchten.“ 

Die Fenster

Die Fenster sollen in formaler Hinsicht das architektonische Motiv des Baukörpers unterstützen, das heißt in diesem Fall, dass die klare Trennung von umrangender Mauer und schwebender Decke spürbar bleibt, ebenso wie der Zusammenhang von Lichtband und großen Fenstern. Das Ansteigen der Decke nach vorn, ihr Zusammenhang mit der Altarrückwand müssen auch durch die Fensterkomposition hervorgehoben werden. Dies soll hier geschehen mittels des die Senkrechte betonenden, gitterartig gegliederten  Grundes, wobei der Wechsel von blauen und weißgrauen Flächen, die die Glasmalerei am stärksten bestimmenden Gliederung ergibt.

Die kunstvollen Kirchenfenster, die eine Fläche von ungefähr 240 qm einnehmen und von allen Seiten dem Kirchenraum eine Fülle von Tageslicht vermitteln, wurde nach Entwürfen des Frankfurter Künstlers Joachim Pick gestaltet. An drei Stellen in der Kirche erscheinen Figurengruppen: zwei größere in den Fensterflächen des Chores und eine kleinere in der Erweiterung des Lichtbandes über der Empore. Dabei ist das blaue Farbband zu beachten, das sich durch alle Fenster zieht und die einzelnen Fenstermotive miteinander verbindet. 

Wir sehen rechts die Sendung der Apostel und  in der Mitte eine aufrecht stehende Figur, es ist Jesus Christus mit erhobenem Arm. Er spricht zu Petrus: “Von nun an sollst du Menschen fangen”.  Dieser Auftrag findet seine bildliche Gestalt in einem Netz, einem Netz von Menschen;  unter ihnen in leuchtenden roten Gewändern die 12 Apostel. Das “Fischernetz des Glaubens” öffnet sich nach rechts. Diese Öffnung weist auf die mögliche Befreiung, die Erlösung aus weltlich-menschlichen Problemen und Konflikten durch die gegenwärtige göttliche Liebe in unserem Leben hin, die ihren Ausdruck in dem durchgängig bläulichen Wellenband der Kirchenfenster findet. Das blaue Farbband als göttliche Farbe, Hinweis auf Gott, auf den Himmel, der auch schon jetzt unter uns Menschen angebrochen ist.

Auf der linken Chorseite begegnet uns nun ein rotes Farbband, das auf die Märtyrer hinweist, die als Blutzeugen ihr Leben gaben. Getragen ist dieses Bild durch die apokalyptische Vision des Johannes, ein Thron stand am Himmel, um ihn herum zwölf leere Throne (vgl. Off 4,1-5). Hier wird die christliche Glaubensgewissheit der Auferstehungshoffnung für die Märtyrer und ihre endzeitliche Rechtfertigung wiedergeben. Das diese Hoffnung aber nicht nur die Märtyrer und die erwählten Apostel, sondern alle Christgläubigen umfasst, verdeutlicht die Personengruppe über der Empore, wo durch die pfingstliche Geistsendung alle Menschen in die liebende Gegenwart Gottes hinein genommen werden. 

Die Kirchenfenster von St. Aposteln sind somit nicht die künstlerische Gestaltung einzelner biblischer Perikopen, sondern eine Predigt, eine lichtdurchflutete Verkündigung unseres Glaubens. Jesus Christus, die Apostel und die Märtyrer als Fundament unseres Glaubens an die lebendige Gegenwart unseres Gottes in allen Tagen unseres Lebens, in den alle Christgläubigen durch das Pfingstereignis (Fensterbild über der Orgel) hinein genommen sind.

Eine farbenfrohe Kirchenfenster Trilogie, in der es dem Künstler gelungen ist, die Berufung, die Sendung und die Verherrlichung der Apostel und Märtyrer so darzustellen, dass die Einbindung aller Christgläubigen hierin erfahrbar wird.

Die Orgel

Die Orgel wurde erbaut von der Orgelbaufirma Johannes Klais in Bonn. Sie stellt in ihrer schlichten, aber überzeugenden  breitflächigen Prospektgestaltung eine wesentliche Bereicherung des Kirchenraumes dar. Sie hat  1650 Pfeifen und ist mit 24 Registern, auf 2 Manualen und Pedal verteilt ein Instrument mittlerer Größe. Bei mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur sind dem angebauten Spieltisch als besondere Spielhilfen 6 mechanische Generalsetzer beigegeben, die dem Organisten ein Vorprogrammieren gestatten.

Die Glocken

St. Aposteln hat 5 Glocken:

  1. Christusglocke ( Ton cis, 40 Zentner schwer ) – CHRISTUS GESTERN – CHRISTUS HEUTE – CHRISTUS IN EWIGKEIT. Relief: EGO REX pacem meam do vobis ( Ich  der König gebe Euch meinen Frieden )
  2. Apostelglocke ( Ton e, 21 Zentner schwer ) – IHR WERDET MEINE ZEUGEN SEIN ( Apg. 1,8 ) HEILIGE APOSTEL, PATRONE UNSERER PFARRGEMEINDE, BITTET FÜR UNS. Relief: Abendmahl und Himmelfahrtsgruppe
  3. Marienglocke ( Ton fis, 15 Zentner schwer) – FREU DICH, DU HIMMELSKÖNIGIN, HALLELUJA; BITT’GOTT FÜR UNS, MARIA! – Relief: Gekrönte Gottesmutter
  4. Heilige der Heimat: ( Ton a, 12 Zentner schwer ) – HEILIGE DER HEIMAT, BITTET FÜR UNS.  – Relief: Bonifatius – Elisabeth – Hedwig – Johannes Nepomuk
  5. Totenglocke: ( Ton h, 8 Zentner schwer) – WIR SIND NUR GAST AUF ERDEN.  Relief: stilisiertes Kreuz

Das Geläut harmonisiert mit den 4 Glocken der Ostergemeinde ( h,d,e,fis ) und ist trotz 5 Glocken leichter.

Hans-Michael Huber

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